Wie ich beim Hauskauf und der Baufinanzierung sehr viel Geld gespart habe

Es war ein früher Sommerabend 2006, wo ich mich aus neugier einfach mal auf das Grundstück gesetzt habe, um mir einen Eindruck machen zu können, wie es mir gefallen könnte.

Meine Haushälfte ist fertig gebaut und wartet auf einen neuen Besitzer. Ich bin, wie es aktuell scheint, der einzige Interessent, da der Nachbarflughafen ausgebaut werden soll.

Aber eins nach dem anderen.

Ich arbeite in Braunschweig und bin damals pro Tag ca. 60 Kilometer gependelt und habe mindestens 60 Minuten für Arbeitsweg hin und zurück benötigt.

Das war damals, als ich noch in einem drei-Schicht System gearbeitet habe, eine echte Qual. Morgens ging der Wecker um halb Fünf in der Frühschicht, und die Fahrt nach der Nachtschicht war an Müdigkeit nicht mehr zu übertreffen.

Dieses wollte ich auf keinen Fall mehr lange mitmachen und beschloß 2005 nach Braunschweig zu ziehen.

Das hatte natürlich noch einen weiteren Vorteil. Natürlich konnte ich dadurch die hohen Spritkosten und die Fahrzeiten zur Arbeit enorm reduzieren und dabei viel Geld sparen.

Ich schaute mich also nach Wohnungen um. Zwei davon vielen in die engere Auswahl, wobei mir der Preis beider Wohnungen irgendwie nicht gefallen wollte.

Ich rechnete die Quadratmeter auf den Mietspreis um und beschloss…

“nä…das Geld kann ich auch monatlich in einen Hauskredit stecken und bin dann auch mein eigener Herr."

So kam dann der Tag, dass ich mein damaliges Traumhaus besichtigte. Ich bekam den Schlüssel von dem Bauträger und schloss mit diesem die Eingangstür von dem Objekt meiner Begierde auf und trat mit meiner Familie in den Neubau ein.

Sofort roch ich den unverkennbaren Duft eines neuen Hauses. Der neue Estrich und der neue Putz an den Wänden lassen diesen speziellen Duft eines Neubaus entstehen. Du kannst Dir vorstellen, dass sich dieser Duft damals sofort eingebrannt hat.

Alles in allen war das Haus perfekt für mich und mein neues emotionales Sparziel war geboren. 

Ich wusste, das will ich haben und musste nur noch einen Weg finden bei dem Hauskauf Geld zu sparen.

Also als ich mich am späten Abend auf dem Grundstück wieder fand, um dem Flughafen zu lauschen, fragte ich mich,

„Warum kauft denn das Haus keiner?“ Liegt das wirklich an dem Flughafen der bald ausgebaut werden soll?“

Ich rief am nächsten Tag wieder beim Bauträger an und bat ihn noch einmal um Bedenkzeit. Man versicherte mir, das ich aktuell eh der einzige Interessent war. „Komisch“, dachte ich“ so ein tolles Haus mit Keller und keiner will es kaufen.“

„Irgendwas stimmt doch hier nicht?“ Sollte nur die Angst vor dem Flughafenausbau dafür verantwortlich sein?“

„Mmh…“, dachte ich, „da könnte ich doch noch einmal nach dem Preis fragen.“

„Wenn keiner das Haus haben möchte, kann ich vielleicht mit einer einfachen Frage nochmal bei dem Hauskauf enorm viel Geld sparen,“dachte ich und fragte den Bauträger an, ob wir uns in der darauffolgenden Woche nochmal treffen könnten. Ich war damals 26 Jahre alt und mein Herz pochte als ich diesem erfahrenen Geschäftsmann im Wohnzimmer des Hauses gegenüberstand.

„Ich würde das Haus für 20.000 Euro weniger sofort nehmen,“ sagte ich ihm auf den Kopf zu.

Er schien sichtlich überrumpelt und hatte wohl mit einer derart frechen Aussage nicht gerechnet.

„Das kann ich nicht machen,“ entgegnete er sichtlich genervt. Er dachte wahrscheinlich, „was der Jungspund sich erlaubt.“

Aber das war mir ehrlich gesagt egal, weil es ging hier mein finanzielles Risiko!

Einmal sollte der Flughafen ausgebaut werden und niemand wusste, wie sich das gesamte umliegende Gebiet entwickeln würde. Ganz zu schweigen, von dem Fluglärm, der dann entstehen würde und wahrscheinlich alles in der Umgebung „wertlos“ machen würde.

Das wusste natürlich auch der Bauträger und willigte eine Woche später ein.

Du kannst Dir natürlich vorstellen, wie ich mich nach diesem „Verhandlungssieg“ gefühlt habe. Ich hätte nie damit gerechtnet das ich soviel bei einem Hauskauf sparen könnte!

Mega 🙂 

Eine einfache Frage erzielte damals eine signifikante Einsparung, die mir bei der Finanzierung des Hauses enorm entgegen kam. Auch verkürzte sich natürlich die Finanzierung, was mir allerdings erst im Nachhinein bewusst wurde.

Diese einfache Frage hatte also kurzfristig und langfristig eine große finanzielle Auswirkung auf meine monatlichen Raten und auf den Kreditzeitraum.

Dieses war definitiv auch ein Grund, warum ich den Kredit schon nach zwölf Jahren abbezahlen konnte.

Was habe ich daraus gelernt?

Frage immer nach einem Preisnachlass! Verhandeln ist nicht nur kostenlos, sondern erzielt mit unter enorme Einsparungen! 

Also frage auch Du nach einem Preisnachlass, damit auch Du die Chance erhälst, viel Geld bei Deinem Hauskauf zu sparen.

Kleinvieh macht aber auch Mist! Deshalb scheue Dich nicht, auch bei kleineren Angelegenheiten nach einem Preinachlass zu fragen!

Es lohnt sich!

Die Preiseinigung stand also und alle Verträge konnten nun unterzeichnet werden.

Vorher verkaufte ich aber noch meinen damaligen Audi A3 und steckte auch das Geld in mein Eigenkapital für die Hausfinanzierung. Nur mehr 2500 Euro habe ich für einen älteren gebrauchten Golf 3 behalten. Diese knall rote Pille und Alleskönner war nicht nur günstig im Unterhalt, sondern hat mich und viel Baumaterial über Jahre hinweg immer sicher von A nach B gebracht!

Danke Pille, Dein Foto habe ich immer noch! 🙂

                              Pille 🙂

Ich hatte also fast mein gesamtes Eigenkapital in die Hausfinanzierung gesteckt, um so wenig wie möglich monatlich abbezahlen zu müssen. Ich wollte ja nachts noch ruhig schlafen können.

Mit 3000 Euro Budget machte ich mich also daran das Haus zu renovieren. Ich lernte Laminat verlegen, Deckenpaneele anzubringen und richtig zu streichen.

Das Tapezieren und das Fliesenlegen beherrschte ich schon, weil mich mein Opa schon mal was bei Ihm im Haus machen ließ.

Meine Familie und Freunde unterstützten mich und ich konnte so das Budget halten.

Dankeschön nochmal an alle die mitgeholfen haben und mir gezeigt haben, wie man dies und das macht! 🙂

Im Nachhinein wurde mir auch hier erst bewusst, wie wichtig es ist, handwerklich unabhängig zu sein, vieles selber machen zu können und somit tausende von Euros für Handwerker einzusparen!

Das Haus war also bezugsbereit. Es hatte nicht meine Traumböden und auch nicht meine Traumwandfarben, aber ich hatte mich auf eine solide finanzielle Basis gestellt und konnte mögliche Einschnitte im Gehalt oder Preissteigerungen in den Lebenshaltungskosten auch wegstecken, wenn diese denn kommen sollten.

Trotzdem machte ich viele Überstunden im Schichtbetrieb und sparte mir dadurch so das Geld zusammen, um die vertraglich vereinbarte jährliche Zwischentilgung zahlen zu können.

„Wenn Du mehr zwischentilgst, sparst Du am Ende auch mehr Zinsen ein, die du dann über die Laufzeit nicht mehr zahlen musst,“ sagte meine Oma damals bei einem gemeinsamen Abendessen zu mir.

Das war einer der besten Spartipps die ich je erhalten habe, auch wenn ich die Auswirkungen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erfassen konnte.

Bis mir danach damals bewusst wurde, wie sehr meine Oma recht hatte, drehte ich jeden Taler noch zweimal um, die jährliche Zwischentilgung wirklich zahlen zu können.

Auch versuchte ich mehr Geld im Monat zu verdienen und regelmäßig eine Gehaltserhöhung zu erlangen.

Ich ging nochmal zur Schule, erlangte einen Meistertitel und habe mich im Bereich Projektmanagement weitergebildet.

Alles das, neben weiterhin regelmäßigen Fortbildungen, hat dazu geführt, dass ich regelmäßig eine Gehaltserhöhung bekommen habe.

Ich konnte somit also nicht nur die jährliche Zwischentilgung bezahlen, sondern habe in zwei aufeinander folgenden Jahren den Tilgungszinssatz von 1 % auf 3 % und dann auf 5 % gesetzt.

Den Schub, den das auf die Ratenrückzahlung des Kredits hatte, brauche ich Dir bestimmt nicht erklären.

Es motivierte mich ungemein zu sehen, wie die Restschuld immer weniger wurde und dass ich definitiv auf dem richtigen war, das Haus raketenartig abzubezahlen.

Als nun der Monat kam, in dem die letzte Rate von mir bezahlt worden ist, machte ich Jubelsprünge  …YES… Ich hatte es geschafft. All die Stellschrauben, die ich über die Jahre drehen konnte, habe ich gedreht, um am Ende diesen riesigen Sparerfolg feiern zu können.

Dieser riesige Sparerfolg brachte mir in Summe eine Zinsersparniss von über 116.000 Euro ein!

Diese Summe nur an Zinsen hätte ich nämlich nach weiteren 23 Jahren zusätzlich an die Bank gezahlt, wenn der Kreditzeitraum so lange gedauert hätte.

So habe ich 23 Jahre an Zinsen gespart!

Wenn Dir das einmal bewusst wird, und die weiteren Vorteile die Verkürzung des Kreditzeitraumes mit sich bringt, dann weißt Du was Du geschafft hast

Ich hoffe ich konnte Dir mit meiner kleinen Geschichte aufzeigen, wie sehr es sich lohnt, Deine Schulden, Kredite und Hypotheken schnellst möglich abzubezahlen.

Auf Deinen Sparerfolg!

Florian

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